Nachhaltiges Bauen nicht ausreichend transparent

Die Senkung des Gebäudeenergieverbrauchs spielt weiterhin große Rolle in der Energiewende. Überblick über nachhaltige Baustoffe gestaltet sich schwierig.

Einer erfolgreichen Energiewende im Bausektor stehen strukturelle Schwierigkeiten gegenüber: Zahlreiche und unterschiedliche Zertifikate lassen keine eindeutige Aussage über die nachhaltige Gesamtqualität eines Gebäudes mitsamt seinen Bestandteilen zu. Technische sowie finanzielle Möglichkeiten gibt es zur Genüge, diese zu überschauen ist für Endverbraucher quasi unmöglich.

Nachhaltigkeit auf mehreren Ebenen

Laien auf dem Gebiet haben keine Chance, sich einen qualifizierten Überblick über alle Labels und Zertifikate für nachhaltiges Bauen und Sanieren zu verschaffen. Und selbst Fachleute müssen sich immer wieder weiterbilden, um die fachliche Expertise vorweisen zu können. Politik und Verbände fordern daher künftig mehr Transparenz bei den Ökobilanzen von Gebäuden. Denn ausreichende Aufklärung und transparente Strukturen mit verständlichen Labels und Zertifikaten können einen Beitrag dazu leisten, die Energiewende auch im Bausektor voranzutreiben und den Energieverbrauch von Gebäuden zu senken.

Schwierigkeiten bei der Zertifizierung

Vor allem die riesige Masse an unterschiedlichen Zertifikaten macht es schwer, ein Gebäude bezüglich seiner Nachhaltigkeit einzustufen. Die Ökobilanz kann derzeit kaum als vergleichende Grundlage genommen werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, ein Haus in Klassen oder nach einzelnen Kriterien zu zertifizieren, um Fördermöglichkeiten für Bau oder Sanierung zu erhalten. Ein solches Zertifikat sagt aber nichts über die Gesamtqualität des Hauses. Wenigstens im Bereich der technischen Produkte stellt die aktualisierte Ökodesign-Richtlinie, die seit diesem Jahr in Kraft getreten ist, eine verbindliche und einzuhaltende Grundlage dar. Dabei wurden neue Mindestziele für die Energieeffizienz von technischen Produkten, wie etwa Wärmepumpen, festgelegt. Problematischer gestaltet sich die Zertifizierung der verschiedenen Baustoffe. Beispielsweise können konventionelle Dämmstoffe hinsichtlich der Energieeffizienz eher als nachwachsende Dämmstoffe punkten. Dennoch weisen Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen eine positivere Energiebilanz auf.